Solarmodule und Hagelschutz: ein überraschender Mehrwert

Schwere Hagelstürme können Gebäudehüllen innerhalb kürzester Zeit beschädigen. Wieso eine Solaranlage auch einen effizienten Schutz gegen Hagel bieten kann, erfahren Sie im heutigen Blog.

Solarmodule mit höchstem Hagelschutz

Ein paar Minuten reichen. Dunkle Wolken, Regen setzt ein, und schon prasseln Eiskörner vom Himmel. Hagel ist eine unberechenbare Begleiterscheinung schöner Sommertage und hinterlässt zerbeulte Autos, gesprungene Fenster und erhebliche Dachschäden. Mit fortschreitendem Klimawandel treten Hagelstürme häufiger und heftiger auf. Auch Solaranlagen brauchen deshalb einen erhöhten Schutz.

Hagelwiderstandsklassen: Das sollten Sie wissen

Wie zuverlässig ein Bauteil dem Aufprall von Hagelkörnern standhält, wird in fünf Hagelwiderstandsklassen (HW1–HW5) eingestuft. Die Klassifizierung basiert auf standardisierten Tests: Dabei werden Eiskugeln mit definiertem Durchmesser und Gewicht in einem festgelegten Winkel und mit berechneter Geschwindigkeit auf das Bauteil geschossen. HW1 steht für sehr geringen, HW5 für den höchsten Widerstand. Die gängigsten Dachziegel sind mit HW3 zertifiziert.

 

  • HW3: widersteht 3 cm grossen Hagelkörnern (Walnussgrösse) mit rund 86 km/h Aufprallgeschwindigkeit.
  • HW4: widersteht 4 cm grossen Hagelkörnern (Golfballgrösse) mit rund 100 km/h.
  • HW5: widersteht 5 cm grossen Hagelkörnern (Hühnereigrösse) mit rund 110 km/h.

 

Die Module werden von einem unabhängigen Labor geprüft und zertifiziert. Das Resultat ist für Bauherrschaften und Versicherungen einsehbar im Schweizerischen Hagelschutzregister eingetragen.

 

Die HW-Klasse hat keinen Einfluss auf andere Qualitätsmerkmale wie Leistung, Wirkungsgrad oder Alterungsbeständigkeit aus und ein hoher Wert bedeutet auch nicht, dass ein Bauteil unzerstörbar ist. Getestet wird unter Laborbedingungen. In einem Gewittersturm können grössere oder kantige Hagelkörner, untypische Aufprallwinkel oder Vorschäden an den Modulen dennoch zu Beschädigungen führen. Eine beschädigte Gebäudehülle mit HW5 wird allerdings von der Gebäudeversicherung übernommen, was bei HW3 zukünftig nicht mehr der Fall sein könnte.

Hagelkarte Schweiz in den nächsten 20 Jahren

Bildquelle: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

In den roten Gebieten ist HW5 die zukunftssichere Wahl, auch wenn schwere Hagelschläge selten sind und heute HW3 Standard ist: Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie geht davon aus, dass sowohl im Mittelland als auch im Jura in den nächsten 20 Jahren mindestens ein Hagelereignis der Klasse 4 vorkommen wird.

 

Dardan Arifaj, Verkaufsleiter Deutschschweiz und Österreich bei Megasol, empfiehlt denn auch: «Wer eine Solaranlage plant, sollte sich daher nicht nur am aktuellen Standard orientieren, sondern auch mögliche Änderungen der Versicherungsbedingungen im Blick behalten.»

Wieso sich HW5 jetzt schon lohnt:

​​In der Fachwelt mehren sich die Hinweise, dass ein höherer Hagelwiderstand bald zur Voraussetzung für die Zulassung oder Versicherung von Solaranlagen werden könnte. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass viele bestehende Anlagen bei zunehmend schwereren Hagelereignissen nicht ausreichend geschützt sind und die steigende Zahl an Schadensfällen.

 

Obwohl für das Jahr 2026 die Klasse HW3 versicherungstechnisch noch ausreicht, sind strengere Anforderungen an den Hagelschutz bereits in Diskussion. Versicherungen und kantonale Gebäudeversicherer prüfen derzeit, ob höhere Mindestanforderungen helfen könnten, künftige Schäden zu vermeiden. Einige Versicherungen bieten sogar schon finanzielle Förderungen für Anlagen mit freiwillig höherem Hagelschutz.

 

Es ist also denkbar, dass Versicherungen künftig bei Anlagen mit HW3 im Schadensfall Leistungen kürzen oder verweigern. Wer heute auf HW5 setzt, schützt seine Anlage nicht nur optimal, sondern ist auch für künftige Bedingungen bestens gerüstet.

Hagelschutz für Solaranlagen: Was Sie beachten sollten

Die Hagelwiderstandsklasse ist bereits heute Teil der Planung, Ausschreibung und Produktauswahl. Aufgrund von häufiger auftretenden Wetterextremen wird sie zukünftig noch stärker ins Gewicht fallen.
Wir haben deshalb die wichtigsten Tipps unserer Experten zusammengefasst.

 

Für Planer und Bauherren gilt:

  • Anlagen so auslegen, dass sie auch künftigen Wetterextremen standhalten können.
  • HW5 als «Best-Practice»-Standard prüfen.
  • Bei Versicherungsabschlüssen die Hagelwiderstandsklasse dokumentieren, um im Schadensfall keine Diskussion zu riskieren.

 

Für Installateure heisst das:

  • Bei Angeboten und Ausschreibungen frühzeitig die geforderte HW-Klasse klären.
  • Kunden auf mögliche Versicherungsanforderungen hinweisen.
  • Konsequent auf HW5 setzen – auch wenn HW3 oder HW4 derzeit noch genügen würden.
LEVEL mit HW5 von Megasol Energie AG

Sowohl die LEVEL Indach-Module als auch die gerahmten Aufdach-Module von Megasol bieten bestmöglichen Schutz vor Hagelschäden.

HW5-Hagelschutz serienmässig – Glas-Glas-Module von Megasol

Megasol bietet bereits heute mehrere Modulserien, die HW5-zertifiziert sind und selbst extremen Hagelereignissen standhalten. Dazu zählen die rahmenlosen Glas-Glas-Module der Produktlinien FAST, LEVEL, MATCH Slate und MATCH Tile – ebenso wie das Hochleistungsmodul M490, das aktuell leistungsstärkste gerahmte Modul auf dem Schweizer Markt.

 

Für ein nachhaltig geschütztes Haus – setzen Sie auf die Solarmodule von Megasol.