Photovoltaik im Winter: Das Problem, das keines ist.
Das gängigste Argument gegen den massiven Ausbau der Photovoltaik ist so alt wie die Technologie selbst: «Was machen wir im Winter?» Es stimmt zwar, dass der Strombedarf in den kalten Monaten steigt, während die Erträge klassischer Aufdachanlagen sinken. Doch dieses Argument ist kein Einwand gegen PV, es ist vielmehr ein Beleg dafür, dass die Platzierung von PV-Anlagen nicht weit genug gedacht wird.
Um die saisonale Differenz der Stromproduktion zu minimieren, müssen wir die Gebäudehülle ganzheitlich betrachten. Die Lösung, Sie haben es bestimmt schon erraten, ist die Solarfassade.

Dank der PV-Fassade dieses Wohngebäudes in Holland wird auf einer Fläche von 500 m2 perfekt integriert 91 kWp Strom erzeugt. Bildquelle: Stijn Poelstra
Die Fassade als Superstar
Das Problem konventioneller Anlagen im Winter ist primär dem Sonnenstand geschuldet: Während im Juni die Sonne im Zenit steht und flach geneigte Dachanlagen optimal bestrahlt werden, sinkt ihr Pfad im Winter auf einen flachen Winkel ab.
Die Folgen sind drastisch: Ein Modul auf einem typischen Flachdach produziert im Dezember oft mehr als fünfmal weniger Strom als im Juni – und das, obwohl die Tageslichtdauer sich lediglich halbiert hat. Der Grund ist der ungünstige Einfallswinkel.
Hier spielt die Fassade ihre Stärken aus. Da die Sonne im Winter tief am Horizont steht, treffen die Sonnenstrahlen im perfekten Winkel auf die vertikalen Module. Während die Dachanlage im Dezember schwächelt, liefert die Fassade über das gesamte Winterhalbjahr hinweg signifikant höhere Erträge. Die Fassade fungiert somit als hocheffiziente Ergänzung, die genau dann liefert, wenn die Residuallast im Netz am höchsten ist.
Zusätzliche Effekte wie der Albedo-Effekt – die Reflexion der Sonnenstrahlen durch eine Schneedecke am Boden – verstärken den Ertrag vertikaler Flächen im Winter zusätzlich, während die Module durch ihre vertikale Ausrichtung nie von Schnee bedeckt sind.

Die Grafik zeigt eindrücklich, wie die Leistung der Module über ein Jahr verteilt aussieht. Die Fassade erzeugt im Winterhalbjahr am meisten Strom und ergänzt somit die Dachanlage perfekt.
Mehrwert über das ganze Jahr: Harmonie in der Erzeugung
Die Solarfassade ist jedoch kein reiner Winterspezialist. Auch im Sommer bietet sie einen entscheidenden Vorteil für das Lastmanagement: die zeitliche Verschiebung der Produktionsspitzen.
Während Aufdachanlagen zur Mittagszeit oft einen Überschuss produzieren, nutzen Fassaden die tiefstehende Morgen- und Abendsonne. Sie produzieren Strom, wenn der Bedarf in Haushalten und Betrieben (Frühstücks- und Feierabendspitzen) am grössten ist. In Kombination mit einem Speichersystem und einer Dachanlage entsteht so ein Erzeugungsprofil, das die Eigenbedarfs-Quote eines Gebäudes massiv steigert.
Politische Weitsicht: Zusätzliche Förderung für Winterstrom
Die strategische Bedeutung der Fassaden-PV ist mittlerweile auf politischer Ebene angekommen. In der Schweiz wird dies durch spezifische Förderinstrumente wie den Neigungswinkel-Bonus (Zusatzbonus für Anlagen mit einem Neigungswinkel von mindestens 75 Grad) belohnt.
Auch in unseren Nachbarländern bewegt sich viel: Deutschland bietet über diverse Förderprogramme und Steuerbefreiungen Anreize für Gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV), während in Österreich der EAG-Investitionszuschuss oft durch Innovationsboni für architektonisch integrierte Projekte ergänzt wird. Lokale Initiativen wie der Klimabonus in Frankfurt oder kantonale Fassaden-Förderungen wie im Kanton Obwalden zeigen, dass die Fassade als Kraftwerk der Zukunft anerkannt und subventioniert wird.

Auch eine kleine Fläche bei der Sanierung eines Hauses kann einen grossen Unterschied machen, wie hier die MATCH Slate Creek Gratine Fassade mit 3 kWp Leistung. Bildquelle: Dachdecker W. Porstendorfer
Ästhetik trifft Hochtechnologie: Die Megasol-Lösungen
Bei Megasol betrachten wir die Fassade nicht als Kompromiss, sondern als gestalterisches Element. Unsere Systeme beweisen, dass hocheffiziente Energiegewinnung und moderne Architektur verschmelzen können:
- Individuell integriert: Massgeschneiderte Lösungen für komplexe Fassadenlayouts mit unserem FAST System und nach Mass produzierten, rahmenlosen Modulen in allen Formen und Farben.
- Systematische Integration: Mit NICER, LEVEL Up und MATCH bieten wir standardisierte Systeme, welche die Fassade komplett ersetzen, die Montagezeit reduzieren und gleichzeitig höchste ästhetische Ansprüche erfüllen.
- Technologische Spitzenreiter: Auch unsere gerahmten Standardmodule M450 & M490 können mit dem LOCKIN System an der Fassade montiert werden und setzen den höchsten Massstab in Sachen Effizienz.
Fazit
Die Solarfassade liefert einen essentiellen Beitrag zur erfolgreichen Energiewende. Sie glättet die saisonale Produktionskurve, nutzt ungenutzte Flächenpotenziale und wertet Immobilien architektonisch auf. Wer heute baut oder saniert, sollte die Gebäudehülle nicht nur als Schutzschild, sondern als aktiven Energielieferanten planen.
Für die optimale wirtschaftliche Umsetzung stehen Ihnen unsere Experten zur Seite: Wir kennen die aktuellen Förderungen im Detail und unterstützen Sie mit präzisen, projektspezifischen Berechnungen.
